Berlin - Die Sinfonie der Großstadt

R Walther Ruttmann | D 1927 | 64 min
Matthias Hirth [composition, piano, electronics]
Der bahnbrechende Dokumentarfilm ist eine visuelle Sinfonie vom Leben der Metropole Berlin des Jahres 1927.

Trailer

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© Deutsche Kinemathek

Film

Der Dokumentarfilm von Walter Ruttmann ist eine avantgardistische Darstellung des Lebens in Berlin während der 1920er Jahre. Er verzichtet auf traditionelle narrative Strukturen und Schauspieler und setzt stattdessen auf eine visuelle Erzählung, die durch schnelle Schnitte und dynamische Kameraarbeit geprägt ist. Er dokumentiert einen Tag im Leben der Stadt, angefangen von den leeren Straßen am Morgen, über die Hektik des Tages bis hin zu den Vergnügungen des Abends. Durch miteinander verwobene Episoden und Impressionen aus verschiedenen Lebensbereichen, wie der Arbeit in Fabriken und dem Nachtleben, entsteht eine mitreißende visuelle Sinfonie des urbanen Lebens.

Im Programmheft zur Uraufführung hieß es: „Ein Werk wurde geschaffen, das mit allem bricht, was der Film bisher gezeigt: Es spielen keine Schauspieler, und doch spielen Hunderttausende. Es gibt keine Spielhandlung, und es erschließen sich doch ungezählte Dramen des Lebens. Es gibt keine Kulissen und keine Ausstattung, und man schaut doch in der wilden Flucht des hundertpferdigen Panoramas die unzähligen Gesichter der Millionenstadt. Der mächtige Rhythmus der Arbeit, der rauschende Hymnus des Vergnügens, der Verzweiflungsschrei des Elends und das Donnern der steinernen Straßen: Alles wurde vereinigt zur Sinfonie der Großstadt.“

Musik

Die Musik für diesen Film orientiert sich vor allem am Puls des Großstadtlebens, der durch Hektik und Betriebsamkeit bestimmt, aber auch von kleinen Oasen der Ruhe durchzogen ist.

Ruttmanns Bilder geben den Rhythmus und das Tempo sehr genau vor und die Herausforderung war ein passendes Klangbild zu kreieren, welches sich zwischen Akustik und Elektronik sowie Tradition und Moderne bewegt.
Der Soundtrack sollte hierbei eine Brücke zur heutigen Zeit bieten, indem klassische Kompositionsstrukturen mit  moderne Elementen wie Sampling und Looping verwoben werden.

Im Detail wurden diese Vorgaben durch eine zur Rhythmik der Bilder passenden Musik unterstrichen und mit einem detaillierten Sounddesign einzelne Filmpassagen verstärkt sowie mit feinen akustischen Nuancen spezifische Szenen intensiv erlebbar gemacht.

So brachte jeder Moment des 24-stündigen Tageszyklus seine eigene musikalische Stimmung mit sich. Von der stillen Dämmerung und Lethargie des Morgens, der Betriebsamkeit des Vormittags, des Ausruhen am Mittag bis zum exzentrischen Pulsieren der Nacht.

Das Ergebnis ist eine zeitgenössische, unverwechselbare Klanglandschaft im Sinne der Gegensätze des Stadtlebens.